Cap Formentor

Cap Formentor – der Klassiker unter den Radtouren

4. Mai 2015 Kommentare (0) Mallorca

Rennradtour von Sa Coma zum Sant Salvador (86km)

Wie ich bereits im letzten Beitrag berichtete, waren wir wieder einmal spontan auf Mallorca um dem schlechten Wetter in Deutschland zu entfliehen und schon einmal ein wenig Sonne zu tanken. Zudem musste ein nicht geringes Maß an Fernweh befriedigt werden. Da Anfang April auf Mallorca zugleich Hauptsaison für die Radtouristen bedeutet, lag es nicht fern, dass auch ich das milde Frühsommerwetter nutzen und nach meiner letztjährigen Tour zum Cap Fermentor wieder auf dem tollen Asphalt der Insel pedallieren wollte.

IN KÜRZE

Länge: 86km
Höhenmeter: ~1.200m
Dauer: ca. 3-4h

Aktivität auf Strava: KLICK
Route auf Garmin Connect: KLICK


Anstieg auf Quäldich.de

Uns verschlug es, nachdem wir ja schon einige Ecken der Insel bereisten, dieses mal an die Ostküste nach S’Illot. Das liegt gut 100m neben Sa Coma, wo auch ein Hürzeler Radverleih zu finden ist. Mit Mühe und Not konnte ich am ersten Tag ein Rad für den 02.04. reservieren – alle Räder waren bereits langfristig vermietet – habe ich eigentlich schon erwähnt, dass gerade Hochsaison auf der Insel ist ?! Puh, nochmal Glück gehabt. Ich konnte also am Donnerstag das bereits etwas abgerittene Centurion Carbonrad mit Ultegra 3fach abholen und montierte sogleich meine mitgebrachten Utensilien (Garmin Trittfrequenz- und Geschindigkeitssensor; Edge 810 mit fertiger Route). Technisch bestens ausgestattet ging es dann los der Sonne entgegen. Wo wir gerade bei Garmin sind – ich habe die Route zum Kopieren auf Euren Edge auf Garmin Connect hochgeladen. Im rechten Fenster findet man den Link dazu.

Ich habe mir das Streckenprofil vorab nicht besonders genau angesehen, außer die Stravasegmente zum Puig de Sant Salvador, um ein Gefühl für die Steigung zu bekommen. Ich war daher anfänglich echt überrascht, wie hügelig es südwärts ging und dass ich schon beim Erreichen des Schildes am Fuße des Anstieges einige Höhenmeter gesammelt habe. Auf der Karte sah es eher nach einem entspannten Ritt entlang der Küste aus. Positiv war auf jeden Fall, dass man bereits kurz nach Porto Cristo den Gipfel des Sant Salvador sehen konnte und man sich dem „Endgegner“ dieser Tour langsam näherte. Solche Solisten üben ja häufig eine viel beherrschendere Wirkung auf ihr Umland aus als Gipfel, die neben vielen weiteren im Gebirge stehen.

  • Anfahrt auf den Puig
  • überragt das Umland deutlich mit seinen 509m
  • das Radmekka des Ostens

Am Fuße des Berges angekommen habe ich erst einmal eine kurze Pause eingelegt. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits gute 30km absolviert und wollte etwas trinken. Da ich auch meine Actioncam mit hatte, der Weg zu Beginn jedoch ziemlich öde war (nur geradeaus), habe ich nach ca. 1km leichten Anstieges nochmals gestoppt und die Cam am Lenker montiert. Das hat mir leider etwas Zeit in den Stravasegmenten gekostet, aber ich bin nicht letzter, das ist ja schon einmal etwas Positives. Wer sich noch etwas gedulden kann, kann Ausschnitte meines Anstieges auf Youtube betrachten.

Entgegen meiner letzten Erfahrung am Cap Fermentor, wo die Masse der Radfahrer Engländer oder Deutsche waren, habe ich auf dem Gipfel ausnahmslos spanisch sprechende Radler angetroffen. Zunächst dachte ich, Hochprofilfelgen scheinen hier der allgemeine Trend zu sein, doch wie ich auf der Rückfahrt durch Portocolom erfuhr, sollte hier in den nächsten Tagen der Triathlon Portocolom stattfinden und einige Athleten hatten bereits Quartier aufgeschlagen und sich mit der Strecke vertraut gemacht, ging doch die Radetappe hoch auf den Sant Salvador. Nachdem ich mich gebührend erholt habe und meinen Durst stillte, ging es abwärts und durch Felanitx südlich um den Puig Sant Salvador in Richtung s’Horta. Wo wir gerade bei Durst stillen sind – die 750ml Flasche des Verleihs war für eine 3,5h Tour für mich gerade so ausreichend. Ich empfehle daher unbedingt 2 Bidons einzustecken!

Von Felanitx habe ich nicht viel in Erinnerung – ist auch nicht so schlimm, denn ich bin nur durch das äußere Gewerbegebiet gefahren, kein Fleckchen ausgemachter Schönheit.. Umso mehr war ich danach allerdings von Portocolom enttäuscht – ein charmantes Fischerdorf ohne Charm. Allerdings muss ich die kleinen Wege von S’Horta bis Portocolom echt empfehlen! Guter Belag, links wie rechts schöne Gärten und Fincas und so gut wie kein Verkehr.

  • Ziel: Puig de Sant Salvador
  • Ziel vieler Rennradler
  • fantastische Sicht über das Land
  • schöner Wirtschaftsweg nach Portocolom
  • Der Frühling hat hier mindestens 2 Monate Vorsprung
  • Gelb war die bestimmende Farbe

Leider habe ich bei der Abgabe des Mietrades etwas geträumt und vergessen meinen Führerschein, den ich als Pfand hinterlegte, wieder mitzunehmen. Das fiel mir natürlich erst um 05:30 am Abreisetag ein paar Kilometer vor dem Flughafen in Palma ein – aber nach kurzer Mail an Markus, dem Stationsleiter in Sa Coma, kam der Führerschein ein paar Tage später per Einschreiben zu mir nach Deutschland. Vielen Dank nochmals an dieser Stelle.

Wieder einmal hat sich also bestätigt, dass Mallorca für Rennradfahrer ein extrem gutes „Pflaster“ ist. Unser nächster Urlaub auf der Insel für 2016 ist bereits geplant und gebucht und es wird uns wieder in die Rennradhochburg Alcudia verschlagen. Mit Mietwagen und dem Tramuntana vor der Nase werde ich sicher wieder über neue Touren berichten können.

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