Fahrradträger für den Radtransport im Selbstbau

RTF Adlerrunde 2015

14. Juli 2015 Kommentare (1) Allgemein

Wetterapps für Radfahrer und Läufer im Test

Was wären wir Outdoorsportler ohne das Wetter? Jeder mag die ersten Sonnenstrahlen des Jahres und den Duft der Wälder auf einer perfekten Ausfahrt oder Lauf. Und sind es nicht auch die heroischen Berichte über regennasse und klirrekalte Begegnungen mit dem inneren Schweinehund auf dem Ötztaler oder dem Zugspitz Ultratrail, die uns beim Lesen von Blogs immer wieder faszinieren? Wie wir es drehen und wenden, als Outdoorsportler ist man auf Gedeih und Verderb dem Wetter ausgeliefert. Das ist schön und gut, gibt doch der Bekleidungsmarkt für jedes Wetter das passende Outfit mit Funktionsstoffen aus der Raumfahrttechnik her – nur eines ist weiterhin doof: mit kurzer Hose bei 10 Grad und Regen 20km von zu Hause entfernt frieren, weil die Wettervorhersage den schönsten Sonnenschein versprach.

Aber wir leben ja nicht mehr im Mittelalter und nennen Smartphones unser Eigen, welchen in Punkto Rechenleistung dem gesamten NASA-Kontrollzentrum zu Zeiten der Mondlandung Paroli bieten können. Zudem stehen in einem sehr engen Raster überall kleine, mittlerweile digitale Wettermessstationen, welche in Echtzeit ihre Daten an die großen Rechenzentren der Wetterdienste übermitteln. Und ich schaffe es dennoch bei angesagtem Regen ab 16 Uhr schon um 11 Uhr pitschenass in einer Bushaltestelle meinen Reifen zu flicken – klasse!

es war doch Sonne angesagt..

es war doch Sonne angesagt..

Daher mache ich nun einen (langfristigen) Selbsttest. Welche App für das Iphone erlaubt mir die beste Planung meiner Aktivitäten? Mein erstes Testszenario: Das Wetter in Goslar am 18.07.2015. Warum? Hier findet die RTF Adlerrunde statt. Bei schönem Wetter (keine 10l Regen), möchte ich eigentlich die 150km Runde in Angriff nehmen (wer ebenfalls plant mitzufahren – schreibt mir doch eine Email!).

Die Testkandidaten:

  1. WeatherPro (inkl. Premium)
  2. iOS Wetter
  3. Windfinder
  4. bergfex Wetter (inkl. Pro-Upgrade)

Testablauf: Ich werde von Tag zu Tag die aktuelle Vorhersage für den Samstag checken und dokumentieren. Am Samstag selbst kommt dann die große Abrechnung – welche App sagt zuerst die tatsächliche Wetterlage aus. Das Ganze wird später zu einem anderen Termin nochmals verifiziert.


 

WeatherPro:

Eigentlich eine super App. Die Bedienung ist intuitiv und man bekommt neben der Temperatur auch Windgeschwindigkeit, Regenmenge und -wahrscheinlichkeit sowie allgemeine Wetterwarnungen angezeigt. Ich habe die App aufgrund der guten Rezensionen im Web gekauft und zusätzlich für die Premiumfunktionen noch per in-App-Kauf diese auf Zeit freigeschalten (12 Monate für 5,99€). Daten bezieht diese App von der MeteoGroup (die haben Meteomedia geschluckt – das Imperium vom Kachelmann. Meiner Meinung nach ist ja seit seinem Abgang kein Sommer mehr so richtig schön geworden). Leider hat mich auch genau diese App bereits mehrfach enttäuscht – ich saß entweder bei stabiler Wolkendecke auf der Couch, weil es Regen geben sollte oder wie im Bild oben klitschnass in einer Bushaltestelle..

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Abruf am 14.07. 09:06 Uhr: halb Sonne/halb Wolken im Mix bei 23-26 Grad. Regen und Gewitter erst ab dem frühen Abend.
Abruf am 15.07. 07:38 Uhr: etwas kühler und weniger windig. Gewitterneigung erst ab 14 Uhr.
Abruf am 16.07. 08:16 Uhr: wieder etwas kühler; Niederschlag bleibt weiter aus bis 14 Uhr.
Abruf am 17.07. 07:24 Uhr: früh morgens stärkere Neigung zu Regen. Sonst ziemlich konstant.
Abruf am 17.07. 21:20 Uhr: heiter bei 21/22 Grad und keine Niederschlagsgefahr


iOS-Wetter:

Die Standardapp auf dem Iphone. Eine ziemlich schlichte App mit Daten vom „The Weather Channel“. Ich nutze sie eigentlich kaum, kann sie aber als Systemapp nicht deinstallieren. Für diesen Test gucke ich natürlich gern mal rein. Eine Vorhersage des stündlichen Wetters ist nur 24h in die Zukunft möglich.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Abruf am 14.07. 09:07 Uhr: Regen bei max. 24 Grad
Abruf am 15.07. 07:38 Uhr: Regen bei max. 23 Grad
Abruf am 16.07. 08:16 Uhr: Gewitter? bei 23 Grad.
Abruf am 17.07. 07:25 Uhr: Regen bei 23 Grad. Früh am Morgen soll es Regnen.
Abruf am 17.07. 21:21 Uhr: weiterhin Regen bei 24 Grad – die Vorhersagen sind stabil

Windfinder:

Diese App habe ich, weil ich bereits seit Jahren mit der Webseite gute Erfahrungen gemacht habe. Da ich ja nebenbei noch Modellflug betreibe (Kamerakopter), brauche ich öfter genaue Vorhersagen, wann wo wie stark der Wind weht. Da waren die Daten bisher immer sehr zuverlässig! Vor einer Ausfahrt checke ich auch hiermit immer kurz, ob man mit dem Rückenwind evtl. irgendwo einen KOM angreifen kann..

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Abruf am 14.07. 09:08 Uhr: Das Gegenteil zur Vorhersage bei WeatherPro. Morgens und mittags starker Regen. Soll zum Abend hin abnehmen. Temperatur maximal 17 Grad.
Abruf am 15.07. 07:39 Uhr: Wetterwechsel! kein Regen mehr, dafür ab und an Sonne. Maximaltemperatur nun 23 Grad.
Abruf am 16.07. 08:17 Uhr: Wieder Wetterwechsel. Nun also doch Regen?!
Abruf am 17.07. 07:25 Uhr: Weiterhin die App, die von Regen ausgeht, sogar ziemlich deutlich.
Abruf am 17.07. 21:21 Uhr: und wieder ein Wechsel. Von sicherem Regen der Morgenprognose bleibt noch eine gewisser Regenwahrscheinlichkeit über, sonst aber heiter bis wolkig


bergfex Wetter:

Die App habe ich erst kürzlich im Alpenurlaub gekauft, da ich feststellte, dass meine Apps nur sehr ungenügend vorhersagen können, ob auf dem Berg Sicht ist und welches Wetter dort herrscht. Die 1,99€ empfand ich bisher als gut angelegt. Webcams der Gipfel und ziemlich detaillierte Vorhersagen haben uns schon bei vielen Wanderplanungen geholfen. Die Daten kommen anscheinend von der ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik). Da Goslar im Vorharz liegt, ist es auch über Bergfex auffindbar. Leider kann Bergfex mit Magdeburg, Berlin oder Hamburg gar nichts anfangen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Abruf 14.07. 09:08 Uhr: Das Wetter gleicht dem von WeatherChannel – morgens trocken, abends Regen. Aber es soll doch um einiges wärmer werden. Bis zu 29 Grad gegen 14 Uhr.
Abruf 15.07. 07:39 Uhr: etwas weniger Sonne, dafür auch weniger Regen. Der setzt allerdings schon früher ein.
Abruf 16.07. 07:38 Uhr: etwas Regen bis 8 Uhr und dann dafür trocken bis zum Abend
Abruf 17.07. 07:25 Uhr: Regen am Mittag, sonst weiterhin teilweise sonnig.
Abruf 17.07. 07:22 Uhr: in den Morgenstunden wieder Niederschlag, gegen Mittag abnehmend


Fazit

Gestern war ich also entgegen einiger Prognosen der Wetterapps hier dennoch nach Goslar aufgebrochen um an der RTF teilzunehmen. Mir schwante ob der teilweise doch stark unterschiedlichen Vorhersagen ein sehr wechselhaftes Wetter. Und tatsächlich – auf der Anfahrt nach Goslar begleitete mich herrlichster Sonnenschein um sich dann pünktlich zum Start von dicken, schweren Wolken ablösen zu lassen. Ich dachte mir nur, dass es wohl ein nasser Start werden würde auf den ersten KM und ich vermutlich durchgenässt nur die 80km bzw. 115km Runde angehen würde. Aber soviel vorweg: das bedrohliche Schauspiel blieb oben und ergoss sich nicht auf die Fahrer der RTF. 1-2 mal hatte ich kurz das Gefühl, ein paar Tropfen auf der Lippe zu spüren, aber dabei blieb es dann auch. Kurz vor meiner Rückkehr nach Goslar (kurz vor 15 Uhr) kam nochmal ordentlich Wind auf und ich dachte mir, dass die letzte Abfahrt im strömenden Regen zu bestreiten wäre – aber zum Glück irrte ich mich auch hier. Lediglich von innen durchnässt vom Schweiß erreichte ich das Ziel.

Die starke Regenneigung und die gesättigten Wolkenmassen haben es den Wetterdiensten sicherlich nicht leicht gemacht, das korrekte Wetter zu prognostizieren. Generell kann man feststellen, dass Apps, die mit 14-Tage-Vorhersage werben auch gleich die Lottozahlen vorhersagen könnten. Aus den vier hier getesteten Apps sieht mein Ranking folgendermaßen aus:

  1. Platz: Bergfex Wetter und WeatherPro mit jeweil 4/5 Sternen. Bergfex stellte die Niederschlagsmöglichkeit stets mit einem Restrisiko dar und überzeugt auch sonst mit guter Bedienbarkeit und Zusatzfunktionen wie Webcams in der Nähe. WeatherPro hatte über den gesamten Zeitraum die konstanteste Vorhersage, aber die Piktogramme ließen einen deutlich sonnigeren Tag vermuten, als dies tatsächlich der Fall war.
  2. Windfinder: 3/5 Sterne. Übertrieb es leider anfänglich mit zu krassen Schwankungen. Die letzte Vorhersage vom Vorabend passte aber wie die Faust auf das Auge. App ist leider optisch nicht mehr zeitgemäß, dafür aber kostenlos. Stärken liegen eindeutig eher auf der Prognose der Windrichtung und -stärke als auf dem Niederschlag
  3. iOS-Wetter: 1/5-Sternen. Leider viel zu undetailliert. Hinter dem einen (!) Piktogramm für das Tageswetter könnten sich auch 8h Sonne und 8h Regen verbergen. Eine Grobeinteilung in Morgens/Mittags/Abends/Nachts sollte es schon sein.

 

 

Eine Reaktion auf Wetterapps für Radfahrer und Läufer im Test

Trackbacks

Kommentar verfassen

UA-60728712-1