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8. April 2016 Kommentare (5) Equipment und Technik

Sind Rennräder mit Scheibenbremsen die Zukunft?!

Mit Rennrädern, die mit Disc-Brakes ausgestattet werben einige Vorreiter bereits seit Jahren. Insbesondere Cyclocross-Modelle haben bedingt durch ihre Nähe zum MTB-Sport ziemlich schnell und geräuscharm den Umstieg hin zu Discbremsen vollzogen. Im Bereich der klassischen Rennräder war dies allerdings bis zum letzten Jahr noch eine besonders beäugte Nische. Bedingt durch die UCI-Regeln, die keine Scheibenbremsen bei offiziellen Rennen erlaubten, wurde diese Bremstechnik zunächst bei Marathonrennern eingesetzt und geliebt. Auch die UCI wollte das Potenzial der Bremsen testen und erlaubt seit dem 01.01.2016 weitere Tests der Scheibenbremsen im Profibereich (World Teams, Continental Teams).

Für mich als Hobbyfahrer ist die ganze Regulariensache eigentlich uninteressant. Auch brauche ich hier im Flachen nur seltenst eine griffige Bremse, allerdings wünsche ich mir umso mehr eine zuverlässige Bremse, wenn ich als Flachlandtiroler vom Stilfser Joch absteige. Bauartbedingt ist die Caliperbremse am Rennrad ja nichts anderes als ein Felgenheizgerät. Und die in Mode gekommenen Carbonclincher leiten die Reibungswärme fast ungedämpft in den Schlauch weiter. Mit diesem Wissen als Engelchen auf der Schulter machen mir persönlich Abfahrten mit über 12% Gefälle kaum mehr Spaß. Nach ein paar km suche ich eine Rastmöglichkeit und gebe den Rädern Zeit zum abkühlen. Der Fingertest verriet oftmals: „Aalter Falter, ganz schön heiß“.  Ich möchte jetzt nicht falsch verstanden werden, sicherlich wären noch Reserven drin gewesen bzw. lag es nur an meiner Übervorsicht, da ich solche Abfahrten einfach nicht gewohnt bin, aber ein bisschen mehr gefühlte Souveränität würde ich mir im Bereich der Bremsanlage schon wünschen. Außerdem ist dieses Hitzethema auch der Grund gewesen, weswegen ich Carbonfelgen bisher nicht in Betracht gezogen habe.

Für mich persönlich liegt die Lösung daher mit den Scheibenbremsen nahe. Ich kann mir derzeit sehr gut vorstellen, dass mein nächster Renner eine Disc-Ausstattung haben wird. Die Gewichtsnachteile sind für mich als jemand, der mit einem Systemgewicht von >90kg an den Start geht auch sehr marginal. Da entscheidet das Abendbrot des Vortages sicherlich mehr über Kletterfähigkeit. Spannend wird das Thema also definitiv bleiben, zumal wie so häufig bei „neuen“ Technologien die Hersteller alle versuchen ihre eigenen Süppchen zu kochen und noch keine einheitlichen Standards vorherrschen. Auch unter den Rennradlern herrscht Uneinigkeit. Die Mehrheit, die bereits mit MTBs unterwegs ist, hält diesen Schritt für längst überfällig. Puristen allerdings sehen schon die herannahende Apokalypse. Mir wurde bereits die Gefahr von aufgeschnittenen Oberschenkeln durch diese Teufelstechnik prophezeit.. (Update: und tatsächlich macht Ventoso die Disc Brakes für seine Wunden verantwortlich)

Ein großer Kritikpunkt bisher ist auch die mit der Disc-Brake einhergehende Wahl der Achse. Bisher war der klassische Schnellspanner über Herstellergrenzen hinweg etabliert. Nun kommen die aus dem Mountainbikebereich bekannten Steckachsen bzw. Through-Axles hinzu. Materialwagen im Profibereich bemängeln dies und weisen darauf hin, dass der Radtausch komplizierter würde und länger dauern würde. Hier muss meiner Meinung nach noch eine Marktbereinigung stattfinden. Focus Bikes hat aus meiner Sicht mit dem R.A.T. (Rapid Axle Technology) ein ganz gutes System am Start. Felgenexperte DT Swiss hat unter dem Namen RWS ebenfalls einen Standard parat. Ich bin gespannt, welches sich später durchsetzt bzw. wie eine Kompatibilität untereinander hergestellt werden wird, weil durch einen Laufradsatz an einen Rahmenhersteller gebunden zu sein wird sicherlich auf Ablehnung stoßen.

Ich werde selbst aktiv testen, inwiefern die propagierten Vorteile der Scheibenbremse am Rennrad für mich tatsächlich relevant sind. Mitte Mai geht es wieder einmal auf die schönste Insel der Welt (Mallorca) und ich habe bereits ein Focus Cayo Disc als Mietrad reserviert. Ich werde natürlich über meine Eindrücke hier berichten.

Habt ihr bereits Erfahrungen mit Scheibenbremsen gemacht?

5 Reaktionen auf Sind Rennräder mit Scheibenbremsen die Zukunft?!

  1. Daniel sagt:

    Erfahrungen hab ich keine, allerdings stelle ich vor allem wenn ich viel MTB gefahren bin und dann wieder aufs Rennrad steige fest, wie angenehm so eine hydraulische Scheibenbremse ist. Super soft zu dosieren, packt gut zu und faded nicht.

    In diesen Momenten denke ich jedes mal dran, dass das nächste Rad Scheibenbremsen haben muss, aber die technischen Unwägbarkeiten bezüglich Kompatibilität bereiten mir noch Kopfzerbrechen. Standards müssen her!

  2. Testen werde ich ein Rennrad mit Scheibenbremsen auch. Ein freundlicher Händler gibt mir eines für ein Wochenende. Für Abfahrten im bergigen Gelände ist die Scheibe sicher besser, falls sie nicht verglast. Da hat TOUR im vergangenen Jahr Tests mit schlechten Ergebnissen gemacht.

    • Daniel sagt:

      Ich gehe auch davon aus, dass Du Deine Erfahrungen auf Deinem Blog mit uns teilst?
      Zum Thema Verglasung müssen sicherlich die Ingenieure nachjustieren. Aus meiner Zeit als Endurofahrer (125cc Zweitaktstinker) weiß ich, dass die Bremsklötze (bzw. vielmehr deren Materialmischung) mit der Bremsscheibe abgestimmt sein muss. Falls dem nicht so ist kann es zu einer einseitigen Überhitzung kommen. Regelmäßiges Reinigen im Zuge der Kettenreinigung sollte dann auch bei der Scheibe an der Tagesordnung sein.

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  2. […] dann können Scheibenbremsen am Rennrad die Zukunft sein, wie Daniel auf seinem Blog schreibt. (albis-blog.de) Wenn wir allerdings noch mehr solcher Unfälle während der Rennen sehen werden, wird diese […]

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