Batteriewechsel bei Garmin HRM-Run Brustgurt

Aus der Werkstatt: BB30-Kugellager wechseln Howto

23. Oktober 2016 Kommentare (0) Allgemein

13. Magdeburg Marathon mit neuer Halbmarathon-Bestzeit

Ich gebe es ja zu, der Halbmarathon und ich standen lange Zeit auf Kriegsfuß. Unsere Hassliebe begann am 24.10.2010 als ich spontan beschloss, gänzlich ohne zielgerichtetes Training mal einen Halbmarathon als all-out-Wettkampf zu laufen. Ich war in meinem ersten richtigen Laufjahr und hätte realistisch mit 5:40-5:50 min/km anlaufen müssen, sah aber nach 4 km immer noch 5:0x min/km auf der Garmin. Der Rest ist schnell erzählt: Durchschnittliche Herzfrequenz von 191 bpm, totaler Einbruch bei km 17 mit Schüttelfrost und einem Anflug von schlagartigem Durchfall. STOP. Gehen. Ins Ziel schleppen mit knapp 200 bpm und nie wieder HM laufen! Das Elend nochmals auf Strava.

Naja, der nächste Versuch dann 2014 – hier voreilig gemeldet und dann nicht trainiert – das alte Spiel, aber dieses mal gleich vom Start weg langsam angehen lassen und später etwas enttäuscht über 2:05h. Aber wieder Blut geleckt und ich begann mit vermehrten, strukturierten Training. Das Ende vom Lied war der Beginn des Blogs – mein IT-Bandsyndrom als Antwort des Körpers auf die ungewohnte Belastung.

Nun konnte ich endlich mit dem Halbmarathon Versöhnung schließen. Meine aerobe Fitness habe ich über das Jahr hinweg fast gänzlich über das Rennradfahren aufgebaut und ich konnte einen abgewandelten Steffny-Plan ganz gut in mein Radtraining einbauen. Im Endeffekt waren mir die Intervalleinheiten (5x1km und 4x2km) am Dienstag sowie der lange Lauf am Wochenende wichtig, die restlichen Trainingsreize für das aerobe System wurden dann knieschonend auf dem Rad gesetzt.

CTL und VDOT im Jahresverlauf bis zum Magdeburg Marathon

CTL und VDOT im Jahresverlauf

Heute sollte also die uralt-PB aus dem Jahr 2010 dran glauben. Im September bin ich bereits eine 10km Bestleistung gelaufen (44:27) und war mir ziemlich sicher, das es mit dem „Halben“ jetzt klappen muss. Wie es halt immer so läuft, verschlechterte sich in der Woche vor dem Lauf das Wetter, die Ruhe-HF stieg auch und heute Morgen war ein leichtes Kratzen im Hals zu spüren. Also alles wie immer. Ich plante schnell um und war froh, wenn ich unter 1:40h bleiben würde. Also im Kopf schnell eine 4:40 min/km Pace als Ziel „berechnet“ um auch bei den Versorgungspunkten etwas rausnehmen zu können und ab in den Startblock.

3-2-1-Peng – ihr kennt das, ehe man es richtig checkt geht die Masse nach vorn und man ist im Rennen. Der Puls war auch bereits ab KM 3 auf Soll (180) und ich hatte vor, bis zu einem zu krassen Frequenzdrift die Pace weiter einzuhalten. Wenn der Körper dann Mucken macht, nehme ich raus und sehe zu, dass ich es locker ins Ziel schaffe. Aber zu meiner Freude blieb der Puls konstant, auch während der sehr unrythmischen KM 6 – 8, auf denen ein Zusammenschluss mit den (langsameren) 10k-Läufern stattfand. Die Halbmarathonis waren hier im Schnitt mit 4:35-4:50 unterwegs und trafen auf der nur 3-4m breiten Elbpromenade auf die Läufer, die mit 5:30 min/km unterwegs waren.

Kurz der Family gewunken, die sich hier positioniert hat und ab in die Altstadt zum Dom und wieder zurück zur Elbe. Hier bei KM 12 habe ich das erste Gel eingenommen und mir von meiner Freundin ein neues reichen lassen mitsamt eines Gel-Chips, den ich am Vorabend auf der Marathon-Messe kaufte. Zwei gute Schluck aus dem Bidon mit Iso-Drink und weiter gen Stadtpark. Hier war mein Revier, hier habe ich in den letzten Jahren fast alle meine Laufkilometer gesammelt und so kannte ich jeden Stein und jedes Schlagloch. Das Pace/Puls-Verhältnis wurde immer besser und ich sah die ersten Kilometer mit 4:20 und 4:30 unter mir durchsausen.

Bei Kilometer 17 war dann der Zeitpunkt für den letzten mentalen Kick. Ich schob mir den Gel-Chip rein und zerteilte ich in zwei Hälften, die ich in je eine Wangentasche packte. Über die nächsten 1,5 km löste sich das „Marshmallow“ dann langsam auf und auf einmal waren es nur noch 2,5km zu laufen. Mein Schnitt bis dahin bei gut 4:38 min/km und ich wusste, das kann mir keiner mehr nehmen. Ich wollte dennoch nicht zu früh anziehen und versuchte mich stoisch an einen gleichmäßigen Schnitt zu klammern. Letzte Kurve, Zielbereich, noch einmal kurzer Zielsprint für die Fotografen und dann der Blick auf die Tafel: 1:35:14 brutto – HAMMER! Das nach unten korrigierte Ziel mehr als übererfüllt und mit der Wunschzeit von 1:34:51 h gefinished. (OK, ich muss zugeben der Lauf war real keine 21,1 km lang. Fast alle Forerunner zeigten 20,6 – 20,7km an, aber hey: die 1:52 h aus 2010 waren auch nur 20,8 km..).

Richtig happy war ich über den negativen Split: 1. Hälfte in 48:33 min und die 2. Hälfte in 46:41 min.

Jetzt heißt es wortwörtlich „Beine hoch“ und die Off-Season genießen. Mal sehen was nächstes Jahr geht..

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