Aus der Werkstatt: BB30-Kugellager wechseln Howto

Tipps für das Rennradfahren bei Kälte – low-cost-style

6. November 2016 Kommentare (3) Allgemein

Alcudia – Sa Calobra – Eine Traumtour mit dem Rennrad in Bildern

Sa Calobra – oder auch: „die schönste Sackgasse der Welt“ – war für mich im Mai wieder einmal das Highlight der Radtouren auf Mallorca. Die Familie war gen Palma aufgebrochen um dem Sightseeing und dem Shopping zu fröhnen und ich machte ich auf, den Krawattenknoten zu richten und durch Haarnadelkurven zu räubern.

Länge: 103km
Höhenmeter: ~2.111m
Dauer: ca. 4:45h

Aktivität auf Strava: KLICK
Route auf gpsies.com: KLICK


Anstieg auf Quäldich.de

Von unserer Finca aus in der Nähe von Alcudia machte ich mich zunächst auf in Richtung Pollenca und bog dort nach Süden in das UNESCO-Welterbe der Serra de Tramuntana ein. Kurz nach dem Ortsausgang heißt ein Schild mich bereits zum ersten Anstieg des Tages willkommen. Der Coll de Femenia ist mit durchschnittlich 5,5 % nicht sonderlich steil, schraubt sich aber dennoch auf beachtliche 550 Meter über Null hoch. Hier sieht man auch gern mal den ein oder anderen Triathleten fahren, denn der Pass ist auch Streckenbestandteil des Ironman Mallorcas. Ich für meinen Teil muss hier nicht unbedingt in Aerohaltung raus und bin darüber auch ganz froh. Entspannt in Oberlenkerhaltung lässt es sich auch schöner Fotografieren.

Sa Calobra

Während des Aufstieges lässt man das maritime Pollenca immer weiter hinter sich und dringt weiter in die Kalklandschaft ein. Die Sonne hatte den Asphalt bereits zur Morgenzeit gut angewärmt, sodass ich heute garantiert nicht frieren sollte. 

Sa Calobra

Oben am Coll de Femenia traf ich Tom und Tommy aus Manchester. Sie waren so nett und haben ein Foto von mir geschossen. Die beiden habe ich fortan immer mal wieder bergauf überholt um dann beim Knipsen von ihnen wieder überholt zu werden. Weiter ging es die Küstenstraße Ma-10 entlang und vorbei am Kloster Lluc. Für einige Radfahrer ist hier bereits das Ziel erreicht, aber ich nahm die enge Linkskurve weiter Richtung Süden um nach Sa Calobra zu kommen und machte weiter Höhenmeter. Wer etwas aufmerksam ist, könnte rechter Hand das Kloster von oben betrachten – ich war allerdings zu spät dran und fuhr einfach weiter, genug schöne Aussichten hatte die Strecke ja sowieso noch parat.

Sa Calobra

Panorama über dem „Torrent des Georg Blau“ – bereits über den Wolken

Was macht man also im Gebirge mit den ganzen Höhenmetern? Richtig, man baut sie wieder ab. Knapp 6km mit 2% Gefälle lassen einen guten Flow aufkommen und erst am Aquädukt bei der Kreuzung zur Ma-2141 musste ich wieder ernsthaft treten. Ab hier beginnt die Sackgasse nach Sa Calobra, jeder Meter der hiernach gefahren wird, muss auch wieder retour bewältigt werden. 

Sa Calobra

Ich überhole Tom und Tommy mal wieder. Oben rechts ist der Coll dels Reis zu sehen.

Der erste Teil der Sackgasse führt auf den Coll dels Reis auf 728m. Der höchste Punkt der Tour und zugleich Start der schönsten Abfahrt auf der Insel hinunter nach Sa Calobra! In meinem Fall hätte es wettertechnisch nicht spektakulärer sein können: oben durchfuhr ich die Wolkendecke um unten bei Sonnenschein am Meer anzukommen. Doch dazwischen liegen noch 39 Kurven, davon 12 Haarnadelkurven und natürlich der „Krawattenknoten“ – mit 270° ins Glück!

Ich denke, über die kommenden 13 Minuten Abfahrt ohne nennenswertes Mittreten brauch ich nicht viele Wörter zu verlieren und lasse daher Bilder sprechen. Jeder, der in irgendeiner Weise gern Rennrad fährt, wird sich sofort in diese verschlungene Straße verlieben..

Sa Calobra

Vorfreude pur. Gleich zu Beginn locken 5 Haarnadelkurven nacheinander

Sa Calobra

kurzer Blick zurück auf den Krawattenknoten in den Wolken

Sa Calobra

der erste Bus ist schon zu sehen, aber dennoch schöne, leere Straße!

Sa Calobra

Viel Geländer ist im Zweifel nicht vorhanden..

Unten angekommen gab es für mich die obligatorischen Fotos der an- und ablegenden Fähren, die an diesem Tag wieder hunderte Menschen in die Arme der Restaurantbesitzer werfen werden. Die Armen – sie können ja nicht weg und verpassen das Beste an der Schlucht. Ich für meinen Teil widme mich wieder der Straße und nehme die Auffahrt in Angriff. Die offizielle Startlinie für das Stravasegment ist unten mit einem Schild markiert. Ab hier gilt es. Ich war froh, dass die Wolken mittlerweile Überhand gewonnen haben und ich nur knapp 20°C hatte. Außerdem nahm der Verkehr langsam zu, so dass fast permanent Gegenverkehr auf der Strecke war. Die armen Radler taten mir leid, die die tollsten Kurven nun in einer Blechlawine im Stopp-and-Go herabbremsen mussten. So sollte man Sa Calobra nicht erleben. Um das zu vermeiden, habe ich unten noch Tipps zusammengefasst.

Sa Calobra

Sa Calobra

Sa Calobra

Oben angekommen erste einmal durchschnaufen! Hier auf der Rückseite des Berges haben es die Wolken nicht rüber geschafft und so brennt die Sonne wieder von oben auf mich herab. Zeit Flüssigkeit nachzufüllen. Das Thermometer im Edge krabbelte schon wieder auf 27°C , sodass ich die kurze Abfahrt zurück zum Aquädukt als willkommene Abkühlung empfand.

Sa Calobra

Der Weg führte mich weiter zurück Richtung Lluc und an der Kreuzung nahm ich dann den rechten Weg hinunter zur Repsol-Tankstelle. Diese Tanke wird sicherlich in der Hochsaison von weitaus mehr Rad- als Autofahrern angesteuert. Die Fraktion „Kaffee und Kuchen“ lässt es sich auch schmecken, aber ich möchte gern zurück zur Finca und die Beine hochlegen.

Sa Calobra

Die folgende Abfahrt über die Ma-2130 plante ich eigentlich nur, um annähernd eine Rundstrecke zu erhalten und nicht den gleichen Weg retour zu fahren. Die zu dieser Uhrzeit im Vergleich zur Ma-10 allerdings fast leere Straße überraschte mich dennoch positiv. Super Asphalt und ein paar tolle Haarnadelkurven im Wald. In Caimari angekommen stieß ich dann auf die bekannten „Cami Cicloturisme“. Wer noch lecker Kuchen essen möchte, sollte das hier tun, denn bis hoch zur Küste kam ich an keinem Café mehr vorbei.

Sa Calobra

Die Cami führten mich fernab der großen Straßen auf alten, abgelegenen Wegen vorbei an Olivenhainen und prächtigen Fincas zurück Richtung Pollenca. Ich muss zugeben, an einigen Stellen war ich froh, dass das Leihrad 25er Reifen drauf hatte, da der Belag nicht spiegelglatt war, aber dies war mir angesichts der Ruhe und der fehlenden Autofahrer völlig recht.

Sa Calobra

Zurück auf der Finca musste musste ich über den Zaun klettern und das Rad hinterher hieven. Die Familie war noch nicht wieder aus Palma zurück und ohne Schlüssel für die Alarmanlage war auch nur der Außenbereich für mich zugänglich – aber dort gab es aber zum Glück einen Pool. Die warmgefahrenen Beine ins kühlende Nass halten war eine Wohltat!

Sa Calobra

Ich wurde aber nicht völlig mittellos zurückgelassen. In der Kühlkiste der Poolmöbel war ein kleines Survivalpaket für mich hinterlegt – genau das hatte ich gebraucht. Ein bisschen was zu naschen, etwas zum Lesen und liegend warten bis der Rest der Meute zurück kommt. Ein perfekter Radtag!

Sa Calobra

Meine Tipps zur Tour nach Sa Calobra

Generell empfehle ich, diese Tour möglichst zeitig anzugehen. Ab Mittag sollte man wieder auf dem Rückweg sein, denn ab dann fallen nicht nur unzählige Touristen per Mietwagen in dieses Paradies ein, sondern die Busgesellschaften kutschen auch im Schneckentempo die Serpentinen hoch und runter, so dass man selbst bergauf bremsen und teilweise stehen bleiben muss. Meine Empfehlung: Kurzer Blick in die Linienpläne der TIB (Öffentliche Verkehrsgesellschaft Mallorcas) zur Linie 355. Wenn die Busse kommen, am besten bereits die Auffahrt beendet haben und irgendwo lecker Cappuccino schlürfen!

3 Reaktionen auf Alcudia – Sa Calobra – Eine Traumtour mit dem Rennrad in Bildern

Trackbacks
  1. […] Radfahrt nach Sa Calobra mit Coll dels Reis […]

  2. […] aus Mai im November nachreichen ist das eine. Eine Traumtour mit dem Rennrad und wundervollen Bildern aus Alcudia zu präsentieren ruft einfach nur Neid […]

  3. […] zu werden. Die Finca ist im Übrigen die gleiche, die wir auch in diesem Jahr schon bewohnten. Sa Calobra und Cap Formentor stehen also wieder auf dem […]

Kommentar verfassen

UA-60728712-1